MENDIG. Nach dem freiwilligen Rückzug aus der 2. Volleyball-Bundesliga Süd verzichtet der VC Eintracht Mendig auch auf sein Startrecht in der Regionalliga Südwest. Pünktlich zu dem Ende der gesetzten Frist am 30. Juni hat der frühere Bundesligist dem Staffelleiter Heiner Schößer schriftlich seine Absage übermittelt. Der Grund ist derselbe wie bei dem Verzicht auf die Zweitligateilnahme: Der VC bekommt keine Mannschaft zusammen.
„Es gibt keine neue Entwicklung im Personalbereich“, bestätigt Kurt Müller. Der Vorsitzende betont, „dass wir unsere Mittel nicht dafür verwenden, Spieler zu bezahlen, wir werden einen anderen, sinnvolleren Weg finden.“ Das bedeutet nicht, dass Mendig künftig nicht mehr im Spielbetrieb vertreten sein wird. Zeitnah werde geklärt, wie die Meldefristen für Oberliga und Landesliga seien, in der Verbandsliga Rheinland spielte zuletzt die zweite VCM-Mannschaft. Denkbar also, dass ein Konstrukt gefunden wird, dass die bisherigen Zweitligaspieler Manuel Handels und Mario Birk in die Nachwuchsarbeit im Spielbetrieb einbindet. „Mit beiden“, sagt Müller, „werden jetzt konkrete Gespräche geführt.“
Klar ist für den Vorsitzenden nach Abstimmung mit den Vereinsgremien: „Wir verschwinden nicht von der Bildfläche. Dafür gibt es zu viel Potenzial und Know-How im Verein, auch im Hinblick auf das beneidenswerte Umfeld mit dem Fanklub. Es ist halt nur so, dass wir nicht in der Regionalliga weitermachen.“ Erster Kandidat als Nachrücker ist der SSV Brensbach, der Fünfte der Oberliga Hessen. Neu aus dem Volleyball-Verband Rheinland ist nur LAF Sinzig, das an einer Rückkehr von Libero Konstantin Skok aus Mendig interessiert ist.
Für zwei andere ehemalige VC-Volleyballer stehen die Zeichen auf Bundesliga: Davic Meder hat bei Erstligist evivo Düren unterschrieben. „Ich habe in Mendig von Bernd Werscheck, Sven Dick und Niclas Rademacher immer nur Gutes über Düren gehört“, sagt der 19-Jährige. „Düren war mein Wunschverein.“ Im Oberhaus ist der Mittelblocker erst mal Lehrling: „Bis dato habe ich nur dreimal pro Woche trainiert, künftig acht- bis zehnmal.“ Sein neuer Trainer Michael Mücke traut Meder den Sprung zu: „Er stammt aus der Schule von Bernd Werscheck und hat uns im Training überzeugt. Davic ist ein guter Angreifer und bringt viel Potenzial mit zur Entwicklung.“
Ein ähnlicher Werdegang könnte auch Tom-Julius Werscheck bevorstehen. Der Zuspieler hat vergangene Woche ein Probetraining bei Erstligist TV Rottenburg absolviert und außerdem etliche weitere Angebote, vornehmlich aus der zweiten Bundesliga. „Die Entscheidung, ob T.J. nach Rottenburg geht, fällt diese Woche“, berichtet Vater Bernd, bisher auch Trainer des 18-Jährigen. „Seine Präferenz geht schon in diese Richtung, da T.J. dann auch in Tübingen studieren könnte.“ Ein Lehramtsstudium für Sport und Biologie mit dem Leistungsvolleyball verbinden zu können, ist eine wesentliche Bedingung von Tom-Julius Werscheck an seinen neuen Verein.
Bernd Werscheck selbst wird nach über vier, weitgehend erfolgreichen Jahren in Mendig nun einen ganz anderen, wenngleich nicht neuen Weg beschreiten und ein Frauen-Volleyballteam betreuen. Nach fünf Jahren Bundesliga mit Creglingen geht er jetzt in die neue 3. Liga zu SSF Fortuna Bonn – der Tochter zuliebe. Lilli Werscheck verlässt den Bezirksklassenmeister TuS Ahrweiler Richtung Bonn, in der dritthöchsten deutschen Liga soll die 13-Jährige ihr großes Talent unter väterlicher Anleitung entwickeln. „Bonn liegt vom Wohnort Ahrweiler gesehen geografisch sehr gut, und wenn ich Lilli schon zum Training fahre, kann ich sie ja auch gleich trainieren“, sagt Bernd Werscheck. „Ich hoffe, dass es zwischen Vater und Tochter genauso gut läuft wie mit T.J. und mir."









