MENDIG. Am Donnerstagabend stand es fest: Der VC Eintracht Mendig zog seine Meldung für die 2. Bundesliga Süd zurück und zahlt dafür 3000 Euro Konventionalstrafe an die Deutsche Volleyball-Liga. Damit enden insgesamt 19 Jahre in den Bundesligen. Acht Spielzeiten absolvierte der Klub im Oberhaus zwischen 1996 und 2005, elf in der zweiten Liga – dort war Mendig erstmals 1990 aufgetaucht. 22 Jahre später macht der Verein womöglich in Liga vier weiter.

 Noch vor rund einem Jahr hätte der VC in die Bundesliga gehen können – verzichtete nach dem Titelgewinn aber aus finanziellen Gründen auf den Aufstieg. Die Talente im Team, die kurz darauf auch deutscher U 20-Meister wurden, sollten weiter in der zweiten Liga gefördert werden und parallel ihre Schulausbildung mit dem Abitur abschließen. Was auch gelang, freilich litt darunter in der vergangenen Spielzeit die Leistung – zusätzliche Verletzungsprobleme sorgten dann dafür, dass Mendig nur Zehnter wurde. Zuvor war der VC aber immerhin zur „Mannschaft des Jahres 2011“ von Rheinland-Pfalz gewählt worden. Nun wird sich das Gesicht der Mannschaft verändern.

 Das Kuriose am Rückzug: Es liegt diesmal nicht am Geld – anders als 2005, als der Verein nach Play-off-Teilnahme freiwillig die Bundesliga verließ. Auch in den vergangenen Jahren kämpfte der Zweitligist stets um die Finanzierung – das war nun nicht so. „Wir sind schuldenfrei und hätten dank unserer treuen Partner die Mittel gehabt, um weiter in der 2. Liga mit einer Amateurtruppe zu spielen“, sagt der VC-Vorsitzende Kurt Müller. „Wir haben jedoch im engen Zeitfenster seit dem Ende der Spielzeit keine Chance gehabt, ein konkurrenzfähiges Team ohne Profis zusammenzustellen.“

 Der Grund: Nachdem Trainer Bernd Werscheck und der Führungsspieler Niklas Rademacher ihren Abschied sowie Kapitän Christoph Schwenk das Ende der Karriere angekündigt hatten, erklärten auch andere Spieler die Absicht, den VCM zu verlassen. Besonders der Verlust der fünf Abiturienten um den Zuspieler Tom-Julius Werscheck war in der Kürze der Zeit nicht mehr aufzufangen. Der Passgeber wird – wie Davic Meder und Konstantin Skok – mit diversen Erstligisten in Verbindung gebracht. Düren wird es aber eher nicht werden, dort ist Vater Bernd Werscheck mit der Bewerbung um den Trainerposten gescheitert – den übernimmt mit Michael Mücke ein langjähriger Rivale.

 Ein Zurück für die Werschecks bei der Eintracht konnte es nicht geben, das hatten beide Seiten erklärt. Da auch Leistungsträger Sven Dick, aus beruflichen Gründen, aufgehört hat und Talente wie Sebastian Voß, der seine Ausbildung in Berlin fortsetzt, nicht mehr zur Verfügung stehen, ist das Gros der Mannschaft plötzlich weg. Mit Mario Birk und Manuel Handels haben nur zwei Spieler aus dem bisherigen VCM-Kader für die kommende Saison zugesagt. In der wird es weiterhin Volleyballsport in Mendig geben, nur die Spielklasse ist noch nicht klar. Für die neue 3. Liga hat Mendig nicht gemeldet, es könnte also auf die Regionalliga hinauslaufen. „Wir müssen nun erst mal den Schock verdauen, nach fast 20 Jahren nicht mehr Bundesliga zu spielen“, sagt Müller. „Dann machen wir weiter. In welcher Liga und mit welcher Intensität, ist noch offen.“

 
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