MENDIG. Der VC Eintracht Mendig hat seine Meldung für die 2. Bundesliga Süd fristgerecht zum 2. Mai bei der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) eingereicht; zunächst malper Fax am heutigen Mittwoch, die Post mit den kompletten Unterlagen ist nun auf dem Weg nach Berlin. Eine Garantie über die dann fünfte Zweitligasaison in Folge ist damit noch nicht verbunden – bis zum 1. Juni könnte der VC unter Zahlung von 3000 Euro Konventionalstrafe(wobei der Fanclub einen Anteil übernehmen würde) zurückziehen und in die Regionalliga gehen. Eine Meldung zur neuen 3. Liga kommt für die Mendiger nicht in Frage: „Wir sehen diese Liga mit Skepsis, schon die Differenz zwischen der Bundesliga und 2. Liga ist enorm – die dritte wäre doch nur eine regional breiter aufgestellte Regionalliga.“
Sagt Kurt Müller, der VC-Vorsitzende, der mit seinen Vorstandskollegen den einstimmigen Beschluss gefasst hat, das Projekt „Talentförderung in der 2. Bundesliga“ nicht zu stoppen.„Wir wollten vermeiden, dass die Tür endgültig zu ist, was bei einer Nicht-Meldung der Fall gewesen wäre“, so Müller. „Nun gilt es, die sportlichen Voraussetzungen zu schaffen.“ Denn – etwas überraschend – sind es in diesem Jahr nicht die Finanzen, die den Mendigern Sorgen bereiten. „Durch den Gewinn von drei Titeln 2011“, sagt der VC-Chef in Anspielung auf die Meisterschaft in der 2. Liga, bei den U 20-Junioren und die Wahl zur „Mannschaft des Jahres 2011“ in Rheinland-Pfalz, „sind wir mit sehr viel Vertrauen gesegnet – unsere Partner wollen unbedingt, dass wir weitermachen.“
Da die Organisationsstruktur steht, bleibt die Teamzusammensetzung als Feld, „das ab sofort bearbeitungsbedürftig“ ist. Denn bis dato haben nur die Mittelblocker Manuel Handels und Mario Birk ihre feste Zusage für eine weitere Zweitligaspielzeit im VC-Trikot gegeben, viele andere überlegen noch. Fest steht der Abschied von Außenangreifer Niklas Rademacher. „Die Gesamtbelastung wurde einfach zu groß für ihn, gerade wegen seiner Univerpflichtungen ist dieser Schritt verständlich“, sagt Kurt Müller, der sich ausdrücklich beim Führungsspieler und Co-Trainer für die vergangenen zwei Jahre bedankt: „Ich habe nur wenige Spieler erlebt, dieeinen solchen Vorbildcharakter haben, vom Spielerischen über das Trainingsverhalten bis zur Hilfe für unsere Nachwuchsspieler.“
Neben Rademacher muss der VC künftig auch ohne Familie Werscheck auskommen. Vater Bernd hofft auf ein Trainerengagement in Düren (siehe Interview), Sohn Tom-Julius auf eineZuspielertätigkeit, die sich mit einem Studium kombinieren lässt. Besonders die Endgültigkeit des Abschieds von Trainer Werscheck, verkündet bei der Teamsitzung am vorvergangenen Dienstag, „hat mich überrascht“, gibt Kurt Müller zu. Und ihn vor gewisse Probleme gestellt, „denn natürlich hat dies gerade bei den jungen Spielern eine Reaktion ausgelöst.“ Manche wie Mittelblocker Davic Meder, vielleicht auch Libero Konstantin Skok, flirten mit Gedanken an die Bundesliga. „Sie brauchen Zeit, um sich zu sortieren und orientieren“, glaubt Müller.
Zeit hat der VCM nun gewonnen, einen guten Monat, um eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Denn eine Rumpftruppe, die ohne Perspektiven im Tabellenkeller krebst, will der Zweitligameister 2011 nicht ins Rennen schicken für 2012/2013. Sondern ein Team, das konkurrenzfähig ist und Talente auf hohem Niveau ausbildet, so wie in den vergangenen Jahren. „Was das angeht“, so Müller, „sind wir in Deutschland eine gute Adresse.“ Auch ohne Trainer Bernd Werscheck, der rund vier Jahre lang „hervorragende Arbeit, auch und gerade in dem Nachwuchsbereich“ geleistet habe, „aber schon vorher hat es fast 40 Jahre Volleyball in Mendig gegeben.“
Ein paar weitere, dieser Wunsch schwingt in den Worten mit, sollen noch dazu kommen, mit reinen Amateuren, die ihr Hobby auf hohem Niveau ausüben. „Wir werden nun intensiv daran arbeiten“, sagt Müller, „um dafür die Voraussetzungen zu schaffen.“ Formal haben sie das mit der Zweitliga-Meldung schon mal getan.









