MENDIG. Wenn es schlecht läuft, war es ein auswärtiger Volleyballer, der den letzten Punkt in einem Zweitligaspiel in der Mendiger Großsporthalle erzielt hat. Genau 21.55 Uhr war’s am 14. April, als Hans-Peter Nürnberger den zweiten Matchball für die VSG Coburg/Grub zum 3:1 gegen Gastgeber VC Eintracht verwandelte. Im letzten Heimspiel der Spielzeit 2011/2012, den der Vorjahresmeister im gesicherten unteren Mittelfeld abschließen wird – unabhängig vom Abschneiden im letzten Saisonspiel am kommenden Samstag (ab 19.30 Uhr) bei der TG Rüsselsheim. War es auch das letzte VC-Zweitligaheimspiel überhaupt?

 

Im Moment ist das noch völlig offen. Wie in den vergangenen Jahren ist die Finanzierung der aufwändigen Saison in der 2. Bundesliga Süd kein Selbstläufer, auch andere Kriterien müssen erfüllt sein, um bis zum 2. Mai die Meldung bei der Deutschen Volleyball-Liga vorzunehmen. Kurt Müller, als VC-Vorsitzender der entscheidende Mann für die Zukunftsgestaltung, nennt insgesamt drei: „Die wirtschaftliche Situation muss stimmen. Wir brauchen eine Mannschaft, die sportlich konkurrenzfähig ist. Und eine gute Organisationsstruktur, in diesem Bereich sind wir schon zweitligareif.“

 

Was die Punkte Sport und Finanzen angeht, habe der Klub laut Müller „fünf Konzepte in fünf Schubladen – die werden wir nun alle aufmachen und prüfen, was machbar ist.“ Die bewusst flapsig formulierte Aussage relativiert Bernd Werscheck: „Es sind nur zwei, drei Konzepte“, sagt der VC-Coach. „Aber es sind keine Hirngespinste, wir haben konkrete Vorstellungen, die natürlich mit einer guten Nachwuchsarbeit zu tun haben.“ Konkreter möchten die Mendiger Macher noch nicht werden, seit dieser Woche laufen Gespräche, die nun intensiviert werden und eventuell in heiße Verhandlungen münden.

 

Eng damit zusammen hängen die personellen Planungen des VCM. Das Dürener Werben um seinen Sohn und Zuspieler Tom-Julius und ihn selbst hat Bernd Werscheck nach dem Coburg-Spiel via Hallenmikrofon als „Unsinn“ abgetan. Gleichwohl ist klar, dass Veränderungen bei einem Kader mit zahlreichen Abiturienten möglich sind, je nachdem, wo sie künftig studieren oder arbeiten werden. Einer der begehrten Spieler ist Davic Meder, der beim Erstligisten TV Bühl ein Probetraining absolviert hat – mehr aber noch nicht. „Ich schaue mir an, ob für mich ein adäquates Bundesligaangebot kommt, das auch zu einem Studium passt“, so der 19 Jahre alte Mittelblocker. Aber auch ein Verbleib beim VC ist möglich: „Das schließe ich nicht aus.“

 

Was so ähnlich auch für Niklas Rademacher gilt. „Es ist aber noch zu viel in der Schwebe, um sich konkret zu positionieren“, sagt der Außenangreifer, der ebenso wie die Teamkollegen in die Planungsgespräche mit den Verantwortlichen einbezogen wird. Am Dienstag gibt es ein Treffen von Team, Trainer und Vereinsführung. Klar scheint zu sein, dass Mendig die Zweitligaperspektive im Blick hat – die neue 3. Liga ist eher keine Option. „Wir ziehen es entweder voll durch“, sagt Bernd Werscheck, „oder lassen es sein.“

 

Ein wichtiges Argument könnte die ungebrochene Unterstützung der Fans sein – wenn denn die finanzielle Machbarkeit gesichert wäre. „Unsere Anhänger sind schon ein Pfund, mit dem wir bei der Realisierung einer möglichen weiteren Zweitligasaison wuchern können“, erklärt Bernd Werscheck. „Aber klar ist: Wir machen nur sinnvolle Sachen.“
 
Next Matches:
Blitztabelle
1 VSG Coburg/Grub
2 L.E. Volleys
3 GSVE Delitzsch
4 TG 1862 Rüsselsheim
5 ASV Dachau
6 FT 1844 Freiburg
7 TuS Durmersheim
8 TGM Mainz-Gonsenheim
9 SV Fellbach
10 TSV Grafing
11 TSV Niederviehbach
12 TSV Zschopau
13 VYS Friedrichshafen
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