FRIEDBERG. Das müsste es jetzt gewesen sein mit dem Klassenverbleib. Der VC Eintracht Mendig gewann am Sonntagnachmittag das spannende Duell beim Verfolger TSV Friedberg mit 3:2 (25:22, 25:12, 25:27, 23:25, 15:8) und hat sich mit dem zehnten Saisonerfolg und nun 20:28 Punkten zwei Runden vor Schluss die Startberechtigung für eine weitere Saison in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd so gut wie gesichert. Der VCM bleibt Achter, dahinter machen Coburg/Grub (16:28), Friedberg (14:32), Stuttgart (14:34) und Grafing (12:32) unter sich aus, welche zwei Teams in die 3. Liga absteigen.
„Rein rechnerisch sind wir noch nicht durch“, warnte VC-Coach Bernd Werscheck nach 108 emotionalen Spielminuten in der TSV-Halle zwar, „aber es stimmt ja schon: Heute haben wir ein kleines Endspiel gewonnen.“ Warum aber hatte es sein Team nach 2:0-Satzführung noch mal so spannend gemacht? „Wenn ich das wüsste. Ich hätte mir auch gewünscht, eine Stunde früher feiern und die Heimreise antreten zu können. Aber Hauptsache ist, dass wir die beiden Punkte überhaupt mitnehmen können – letzte Saison haben wir hier in nicht mal 60 Minuten eine böse Klatsche kassiert.“
Und seinerzeit war sein Team immerhin auf Meisterkurs gewesen, diesmal ging es nur darum, nicht in den Abstiegskampf verstrickt zu werden. Und den unbedingten Willen zum Sieg nach zuvor zwei Auswärtsniederlagen gegen Dachau und Kempfenhausen vermittelte die Eintracht auf der letzten Station ihrer Bayerntour von Anfang an. 16:11 lag sie im Auftaktsatz vorn, das zwischenzeitliche 16:16 steckte sie gut weg und brachte eine Drei-Punkte-Führung sicher ins Ziel.
„Das haben wir von oben runtergespielt, vor allem im zweiten Satz“, rekapitulierte Mendigs Trainer, der freilich auch einräumte: „Als sich Friedbergs Spielertrainer Stefan Meingast im zweiten Satz verletzte, war der für seine Spieler fast schon gelaufen.“ 9:6 führte Mendig, als der Österreicher vom Mittelblock auf die Bank musste, von der er in der Folge, halb liegend, sein Team coachte. Und von dort den Mendiger Zwischenspurt auf 20:11 und schließlich zum klaren 25:12-Satzerfolg mitansehen musste.
Ausgeglichener verlief Durchgang drei, in dem die Führung munter wechselte. Als Mendig ein 13:18aufgeholt und bei 24:23 den ersten Matchball hatte, lag ein Zu-Null-Sieg in der Luft – doch Friedberg konterte und schaffte den Anschluss. „Ich ärgere mich darüber, wie wir mit unseren Chancen umgegangen sind“, so Werscheck, „schlimmer war es aber noch im vierten Satz.“
Da machte Peter Wolf, der Ende des dritten Durchgangs für Kapitän Christoph Schwenk auf die Diagonalposition gerückt war, mit einer Aufschlagserie aus einem 10:14 ein 17:14, beim 22:20 war der Sieg erneut greifbar. Doch wieder spielten die Nerven nicht mit, während die bayerischen Schwaben ihre letzte Chance nutzten und den Tie-Break erzwangen. In diesem Entscheidungssatz zahlte sich aber aus, dass Bernd Werscheck vorher die Stammkräfte Sven Dick, für den Sebastian Voß im dritten Satz ein gutes Spiel auf der Außenposition lieferte, und Schwenk geschont hatte. Der kam im fünften Durchgang für Wolf zurück und war der gewohnte Punktegarant in kritischen Spielphasen.
Überhaupt spielten die Mendiger nun ihre Routine aus, Niklas Rademacher etwa blieb ohne Fehl und Tadel. „Übers gesamte Spiel“, sagte sein Trainer, „war Nik unser Bester.“ Ein Lob gab es auch für den Sohn: Tom-Julius Werscheck überzeugte nicht nur im Zuspiel, sondern war „heute auch eine richtige Blockmaschine“, wie der Vater notiert hatte. Beispielsweise beim Matchball, dem zweiten insgesamt, den Spieler, Trainer und 21 mitgereiste Fans um die „Supporters“ ausgelassen feierten. Bernd Werscheck resümierte: „Es war wichtig, dass wir uns für die gute Leistung belohnt haben. Jetzt wollen wir auch das letzte Heimspiel gegen Coburg nach der Osterpause am 14. April gewinnen.“









